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01.06.2006


Schon mal 'ne Tasse Berlin probiert?

Berliner Bohne – der faire Hauptstadtkaffee stellt sich vor

Berlin. Wie schmeckt die Berliner Bohne? Den ersten fairen Hauptstadtkaffee hat das
Projekt Stadtkaffee Berlin heute mit einem breiten Bündnis aus Vertretern der Stadt, Wirtschaft und Handel, Kirche, entwicklungspolitischen Organisationen und Weltläden auf dem Berliner Fernsehturm vorgestellt. Den Rohkaffee für die Bio-Arabica-Mischung aus u.a. Bolivien, Honduras, Kolumbien, Mexiko, Nicaragua und Peru importiert das Fair Handelshaus gepa. Schirmherr der Einführungskampagne ist der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit.

Selbstverständlich fair
Auf dem Berliner Fernsehturm schenkte Bertha Asistiri de Copa, Kaffeebäuerin aus Bolivien, den Gästen reinen Kaffee ein: die Berliner Bohne. Die Kaffeebohnen für diese Mischung produziert u.a. die bolivianische Kooperative Alto Sajama in der Provinz Canavari, südlich von La Paz. Gehegt und gepflegt werden die Kaffeepflanzen nach den Prinzipien des ökologischen Anbaus in einer Höhe von 1.500 Metern. Für die 96 Mitglieder zählende Kooperative verbessert der Faire Handel mit Bio-Rohkaffee die ökonomische und soziale Situation ihrer Familien. "Der Faire Handel gibt unseren Familien eine Perspektive. Durch den garantierten Mehrpreis können wir nachhaltig wirtschaften und soziale Projekte finanzieren, z.B. die Ausbildung von Frauen in Ernährungs- und Gesundheitsfragen, Alphabetisierungskurse und die Errichtung einer Grundschule." erklärt Bertha Asistiri de Copa. Keine Selbstverständlichkeit für die Bewohner eines Landes, dessen Analphabetenrate im ländlichen Raum 47 Prozent (zwei Drittel davon sind Frauen) beträgt. Etwa 80 Prozent der ländlichen Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze. Bolivien zählt heute zu den ärmsten Ländern Lateinamerikas.

Ein breites Bündnis
Die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Arbeit und Frauen unterstützt die Einführung der Berliner Bohne, „da Fairer Handel die Lebensverhältnisse der Produzenten verbessert und ein Teil des Erlöses für Bildungsmaßnahmen zugunsten benachteiligter Frauen in den Anbauregionen verwendet wird", sagte Staatsekretärin Susanne Ahlers.

Initiiert wurde das Projekt von entwicklungspolitischen Organisationen und Berliner Weltläden. „Die Berliner Bohne ist mehr als nur ein Kaffee, sie ist ein Fairhandelsprodukt. Sie soll den Fairen Handel in Berlin stärken", so Lutz Heiden, Gruppenberater der Berliner Weltläden.

„Für die Berliner Bohne erhoffen wir uns einen Absatz von fünf Tonnen im Jahr als konkrete Unterstützung für die Kaffeebauern", so gepa-Geschäftsführer Thomas Speck. Der Hauptstadtkaffee könne die Berlinerinnen und Berliner auch allgemein dazu einladen, sich für den Fairen Handel zu interessieren.

Tobias Tuchlenski, Regionalleiter der Berliner Kaisers Tengelmann Filialen, begrüßt die Einführung des fair gehandelten Stadtkaffees. Die Berliner Bohne wird es in Berliner Kaisers Tengelmann Filialen zu kaufen geben.

Kaffeefairstand
Seit dem 29. Mai schenkt das Projektteam zusammen mit Bertha Asistiri de Copa bei ihrem KaffeeFairstand an verschiedenen Orten Berlins, u.a. auf dem Karneval der Kulturen, die Berliner Bohne aus und gibt Infos zum Fairen Handel. Bertha Asistiri de Copa berichtet dabei, was Fairer Handel für sie und ihre Kooperative in Bolivien ganz konkret bedeutet.

Die Berliner Bohne wird für 3,49 Euro je 250g in Weltläden, Supermärkten und Bioläden erhältlich sein.

Fairer Handel schmeckt
Die Idee des Stadtkaffees ist nicht neu. Ob „Hamburger Fairmaster" oder „Rheinische Affaire" - Einführungen von Stadtkaffees zogen bisher auch eine Absatzsteigerung fairgehandelter Produkte nach sich. Rund 3.300 Tonnen Röstkaffee und andere Kaffeespezialitäten wurden im letzten Jahr verkauft. Im Vergleich zum Vorjahr konnte der Faire Handel in Deutschland damit ein Absatzplus von zehn Prozent verzeichnen, eine positive Entwicklung im Gegensatz zu den Absatzzahlen in Berlin. Die Berliner Bohne
soll das ändern.

Weitere Informationen und Downloads unter: www.berlinerbohne.de
Projekt Berliner Bohne
c/o BAOBAB Infoladen e.V.
Christburger Str. 38. 10405 Berlin
kontakt@berlinerbohne.de
Ansprechpartnerinnen für die Presse:
Floriane Ruß, Lidia Perico

Das Projekt Berliner Bohne ist eine Initiative Berliner entwicklungspolitischer NGOs und Weltläden. Das Projekt wird von der Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit (LEZ), dem Evangelischen Entwicklungsdienst (EED) und der gepa gefördert.

Quelle: http://www.gepa.de