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Genfood ?


Ist Genfood wirklich die Zukunft der Ernährung?
Ein kritischer Beitrag zur aktuellen Genfood-Diskussion von bio-gesundheit.de

In aller Munde wird für alle Ernährungsprobleme der Welt gerne die Gentechnik als Aushängeschild herangezogen. Industriell bzw. im Chemielabor gezüchtete Pflanzen, die keinerlei Angriffsfläche für Schädliche bieten und alleine durch den geringeren Chemiezusatz dann gesünder sein sollen. Kann dies die Alternative sein?
Schaut man sich die vieldiskutierte biotechnologisch verbesserte Maispflanze an, kann man Pro und Contra je nach Argumentation sehr weit ausprägen. Die bekannteste Maispflanze produziert dabei gegen den Hauptschädling, eine Schmetterlingsart, Giftstoffe. Die Pflanze ist zwar so "intelligent" dass sie Schadstoffe produzieren kann, jedoch kann sie nicht zwischen Schädlingen und Nützlingen unterscheiden. Es werden somit auch Kleintiere abgetötet, die dem Boden zuträglich sind oder für andere Funktionen im Kreislauf Verantwortung tragen. Insofern ist ein Maisfeld für einen Schädling optimal ausgestattet, jedoch für eine Vielzahl von anderen Schädlingen und Nutzkleintieren eine Falle. Des Weiteren sollte hier erwähnt werden dass die Gefahr der Resistenz gegen diesen Schadstoff durchaus gegeben ist. Eine weitere Entwicklung der Gentechnik ist ein Pflanzenvernichter mit Namen "Roundup Ready", der nur bestimmte Pflanzen den Gar ausmacht. So werden Maispflanzen hier verschont, alles andere drum herum jedoch vernichtet. Da die Unkrautpflanzen nach nur wenigen Jahren eine Resistenz entwickeln, ist eine Weiterentwicklung notwendig, die dann von der Gentechnikindustrie umgehend angeboten wird. So entsteht ein Abhängigkeitskreislauf von der Landwirtschaft zur Gentechnik, die ungeahnte Auswirkungen auf die kommerzielle Landwirtschaft und vor allem für die Umwelt hat. Jede neue Stufe der Pflanzenvernichtungsmittel zieht Resistenzen nach sich, die wiederum nicht kalkulierbare Folgen haben. Das Produkt Genfood wird hier als Erfolg verbucht, ohne den gesamten Kreislauf im Fokus zu betrachten. Trotz dieser Bedenken gibt es Forschungsflächen in Deutschland, die ausschließlich für Genfood und solche Versuche bereitgestellt werden. Ein weiterer Aspekt ist der dass zwar nicht flächendeckend gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut werden dürfen, jedoch Kühe als Bsp. mit gentechnisch verändertem Futtermittel versorgt werden dürfen. Hier wird massenweise Gensoja verwendet, um Kosten zu sparen. Das bedeutet dass Ihr Joghurt oder Ihre Sonntagsmilch ein gentechnisch verändertes, wenn auch nur sekundär, Produkt ist. Die Definition ist hier sicher fließend, aber Bedenken sollte man dabei schon haben. Dies zumindest dann wenn man dem Genfood aus dem Pflanzenanbau kritisch gegenüber steht. Beim nächsten Bissen in den Hamburger einer großen Fast Food Kette mit einem rot-gelbem Logo sollte man auch daran denken dass erstens das Rinderfleisch aus Südamerika eingeflogen wird und zweitens die dortigen Rinder vor allem Gensoja zu fressen bekommen.
Man kann somit zusammenfassend feststellen dass die Gentechnik nicht verteufelt werden kann. Es ist jedoch vor allem der Umgang mit den Möglichkeiten und die damit verbundene Verantwortung, die seitens der Industrie vernachlässigt wird. Intention ist wie bei allem der Gewinn, Shareholder Value gesteuerte Unternehmen, vor allem in den USA, interessiert es kaum was für Langzeitfolgen sich aus der Produktion von Genfood ergeben. Hier zählen positive Gewinnmeldungen für den Dow Jones und keine noch so gut ausfallenden Forschungsergebnisse für zukünftige Einsatzmöglichkeiten.