Beim Anbau von Genfood, das in Europa
legalisiert und als Folge vor allem in Deutschland und Frankreich
angebaut wird, stellen sich immer wieder kritische Fragen. Bei der
gentechnischen Integration der Pflanze in das herkömmliche
Landschaftssystem können Probleme auftreten, die zum jetzigen
Zeitpunkt nicht abgesehen werden können. Das Hauptproblem des
Anbaus von Gentechnikmais liegt in der Gefahr der Weiterverbreitung
der veränderten Pflanze in die Anbaugebiete der natürlichen
Maispflanze. Die Verstreuung des Genfood Mais kommt dadurch zustande
dass über den Pollenflug der Pflanze andere natürlich
unveränderte Pflanzen "infiziert" werden können.
Durch die über Wind übertragene Polle wird die Maispflanze
befruchtet und enthält dann die Eigenschaften des manipulierten
Genmais. So können sich auf einem Maisfeld Naturmais und manipulierter
Mais mischen.
Bei einer Durchmischung der beiden Sorten enthält dann eine
Pflanze das Gen zur Bekämpfung gegen Schädlinge, während
der Naturmais gewollt ungeschützt daherkommt. Diese ungewollte
und somit unkontrollierte Mischung ist das Problem und zeigt deutlich
dass eine Abspaltung des Genfood Mais in freier Natur unmöglich
ist. In Deutschland soll daher ein Sicherheitsabstand von 100 bis
200 Metern installiert werden. Ob diese Maßnahme jedoch reicht
und eine effektive Abhilfe des Gefahrenpotentials bringen kann ist
aufgrund fehlender Praxiserfahrung wiederum fraglich. Ähnlich
der Vogelgrippe kann auch hier die Natur nicht isoliert werden,
denn auch Vögel (Bsp. Flugvögel) können nicht isoliert
betrachtet werden.
Ein weiteres Betrachtungsfeld sind die Insekten. Nehmen wir wiederum
das bekannte Beispiel des Maisfelds wo Schmetterlinge (u.a. der
Maiszünsler),
Bienen, Spinnen, Käfer und viele Arten mehr sich einen Lebensraum
teilen. Sie alle haben Ihren Platz in der Nahrungskette. Kommen
alle oder auch nur Teile der Lebewesen mit dem in dem Genmais installierten
Schädlingsbekämpfungsmittel in Berührung (Bsp. direkte
Nahrungsaufnahme von Bestandteilen der Pflanzen oder indirekte Berührung
bei Beutezug bei den Nachbarinsekten). Auf diesem Wege werden sie
zum einen übermäßig sterben jedoch auch nach und
nach eine Resistenz gegen die installierten Mittel aufbauen. Die
Auswirkungen der Pflanzen der Gentechnikindustrie respektive die
daraus entstehenden Erzeugnisse auf den Menschen und deren Nutztiere
sind aktuelle kaum erforscht.