Der Bioladen, auch unter Naturkostladen
bekannt, verkauft Lebensmittel aus ökologischer Landwirtschaft
und umweltfreundlicher Verarbeitung. Das Sortiment umfasst über
die Lebensmittel hinausgehend meistens auch noch Körperpflegeartikel,
Reinigungsmittel und Produkte des täglichen Bedarfs. Besonderer
Wert wird hier darauf gelegt, dass die angebotenen Produkte eine
geringe Schadstoffbelastung und umweltgerechte Herstellung sicherstellen.
Daher entstammen die Artikel beinahe ausnahmslos der ökologischen
Landwirtschaft. Produkte aus gentechnischer Herstellung finden keinen
Zugang zum Verkauf der Bioläden.
Entwicklung des Bioladens
Die Anfänge entstanden in Berlin
der 70er mit dem ersten Bioladen, der den Anfang für weitere
kleine Läden darstellte. 1975 handelte der erste Bio-Großhändler
und 1979 entstanden erste Verteilergenossenschaften im regionalen
Kreis. Das Angebot beschränkte sich auf allem vegetarische
Lebensmittel und Produkte die dem alternativen Leben sehr nahe waren
(Räucherstäbchen etc.). Hier entstand auch das gemischte
Müsli. In den 80er Jahren schwoll die Anzahl von Bioläden
auf über 1000 Verkaufsstellen an und öffneten sich durch
ein leicht verbessertes "Marketing" auch einem breiterem
Publikum. Die Warenbeschaffung, Fortbildung und Öffentlichkeitsarbeit
wurde optimiert. Im Jahr 1988 wurde der Bundesverband Naturkost
Naturwaren e.V. installiert (vorher Bundesverband Naturkost e.V).
In den 90er Jahren schritt die Neuausrichtung der Bioläden
voran. Nun gibt es neben dem herkömmlichen Sortiment an Müsli,
Vollkornbrot und Tofu auch Fleisch in Tiefkühlregalen in den
Läden. Auch bei der Größe der Bioläden zeichnen
sich Veränderungen ab. Aufgrund der breiteren Masse, die hier
einkaufen möchten etablieren sich Einkaufsflächen, die
über 50m² hinausgehen. Heutzutage gibt es Bioläden,
die sich nicht nur durch das Sortiment von Discountern und Reformhäusern
abheben, sondern vor allem durch fachkundige Beratung. Dies ist
vor allem darin zu sehen, dass in den großen Lebensmittelketten
meist Hilfskräfte arbeiten, während in den Bio-Fachläden
qualifizierte Fachkräfte auch aus Überzeugung tätig
sind. Die Bioläden streben zudem den serviceorientierten Kundenbedürfnissen
entgegen (Warenlieferung frei Haus mit zusammengestellten Gemüsekisten
etc.). Darüber hinaus kann man heute wie in einem normalen
Discounter auch im Bio-Supermarkt alle Bedürfnisse des täglichen
Lebens befriedigen. Käse- und Fleischtheke gehören wie
auch die Öko-Bäckerei zum Angebot dazu.
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